AirDesk

Der AirDesk ist ein projizierter Arbeitsbereich für Kreativschaffende, der die Vorteile der analogen und digitalen Arbeitsweise vereint. 

Mit Multitouch und Handgesten wird eine intuitive und ergonomische Nutzerinteraktion ermöglicht. 

Fokus des Projekts
Konzept
User Experience

Zeitraum
SS 19 - Invention Design 

Projektpartner
Luisa Heinz

Jona Maletic

Betreuer
Prof. Jörg Beck

Konzept

Gerade zu Beginn eines Designprojektes wird häufig und viel analog gearbeitet. Das händische Schreiben wird als intuitiver empfunden und bei Skizzen bleibt ein persönlicher Charakter erhalten. 
Doch vor allem in Teams, die remote Mitglieder haben, greift man auf digitale Plattform-Lösungen zurück. 

Diese haben den Vorteil, dass jeder jederzeit Zugriff auf den Datenbestand hat und die Arbeitsfläche unbegrenzt ist.
Unser Ziel war es, diese und weitere Vorzüge aus beiden Bereichen zu vereinen und so ein intuitives, neuartiges Arbeiten zu ermöglichen. 

Eigenschaften

flexibel
Die AirDesk-Projektoren können sowohl auf dem Tisch als auch an der Wand platziert werden und ermöglichen so ein dynamisches Arbeiten.

responsive
Das Layout passt sich an die Projektionsgröße an. Diese kann durch den Abstand der zwei Projektoren zueinander variiert werden.

kollaborativ
Mit dem AirDesk kann man vor Ort zu mehrt an einem Desk arbeiten, aber auch remote. Für letzteres benötigt jeder Teilnehmer seine eigenen AirDesk-Projektoren.

portabel
Der AirDesk ist nicht ortsgebunden, er kann überallhin mitgenommen werden.


erweiterbar
Hat man mehrere AirDesks, lassen sich diese ähnlich dem Prinzip mehrerer Bildschirme miteinander verknüpfen. So hat man beispielsweise einen Arbeitsbereich auf dem Tisch und einen weiteren an der Wand. 

Ergonomie

06c_Arbeitsbereiche

Ein wichtiger Teil des Projektes war es, ergonomische Aspekte zu berücksichtigen. Wir unterschieden deshalb in drei Arbeitsbereiche, die je nach Person unterschiedlich groß ausfallen können.

Im ersten Bereich, der direkt am Körper liegt, wird aktiv gearbeitet, also Schreiben, Bearbeiten oder Auwählen von Objekten via Touch. 
Im zweiten Arbeitsbereich ist man nur gelegentlich tätig. Hier werden beispielsweise Dokumente oder 

Arbeitsmaterialien abgelegt, die nicht ständig benötigt werden. Dieser Bereich ist noch noch mit dem ausgestreckten Arm zu erreichen. 
In der dritten Region ist kein aktives Arbeiten mehr möglich, da die Armspannweite dazu nicht ausreicht. Hier können Dinge abgelegt werden, die nur sehr selten benötigt werden. Durch Deuten auf das Objekt wird dieses ausgewählt und kann in einen der ersten beiden Arbeitsbereiche bewegt werden.

Gesten

Die Steuerung und Eingabe erfolgt via Hand- und Multitouch-Gesten. Hierzu wurden zum Teil bekannte und etablierte Bewegungen verwendet, wie etwa das Pinchen für Zoomen. Aufgrund des neuen Aktionsraums haben wir uns auch für neue, 

intuitive Lösungen entschieden, beispielsweise wird ein Fenster geschlossen, indem man es vom Tisch hinunterwischt.
Zudem ist die Eingabe und natürlich auch das Schreiben mithilfe eines Stiftes möglich.

Design

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Um uns die Designarbeit etwas zu erleichtern (und mehr Denkarbeit in das Konzept stecken zu können), nahmen wir Apple als Auftraggeber an. Dadurch konnten wir uns an den bestehenden Styleguide anlehnen. 

Aufgrund der Projektion mussten wir darauf achten, starke Kontraste zu schaffen. Daraus entstand wiederum ein eigener kleiner Styleguide. 

Ein kleines Detail dazu:
Um eine ergonomische Bedienbarkeit zu ermöglichen, entschieden wir uns dazu, die Fensterleiste nach unten zu setzen. Dadurch kann man ohne lästiges Strecken Aktionen tätigen oder das Fenster verschieben. 

Funktionen

SketchBook

Das SketchBook ist eines der zentralsten Funktionen. 
Hier kann man zeichnen, schreiben und verschiedene DesignThinking-Methoden anwenden.

Datenaustausch

Der AirDesk ist kein geschlossenes System. Der Datenaustausch mit anderen Medien wie etwa Smartphone oder Papierdokumenten ist auch möglich.

Bildbearbeitung

Eine einfache Bildbearbeitung ist auch vorhanden. Damit können beispielsweise Bilder für ein Moodboard schnell optimiert und direkt eingebunden werden.

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Mit dem AirDesk können mehrere Schreibtische verwaltet werden. Wechselt man, bleibt die Anordnung der Fenster und der Bearbeitungsfortschritt erhalten.

Dock

Im Dock können Einstellungen getroffen (ähnlich dem Control Panel bei iOS) und Programme aufgerufen werden. 

Technik

Ein scharfes Projektionsbild wird mithilfe von Laser-Projektoren erzielt.

Um die oben erwähnte Gestenerkennung zu ermöglichen, wird eine Infrarot-Kamera eingesetzt.

Ebenso wichtig ist die Toucherkennung. Ein Scanner erkennt die Helligkeit der Projektion und bemerkt somit auch, wenn der Lichtstrahl durch Finger oder Stift unterbrochen wird.

Damit duch die Eingabe keine Schatten entstehen, die eventuell wichtige Informationen verdecken, werden zwei Projektoren eingesetzt. Diese erkennen und gleichen die Schatten aus. 

Um die Technik im Gerät möglichst schlank zu halten, arbeitet der AirDesk mit Cloud Computing. Die Rechenleistung ist ausgelagert. 

Die damit notwendige Kommunikation erfolgt über WLAN, 5G oder Bluetooth.

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Mockup

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Für den Mockup bildeten wir mehrere Varianten. Schlussendlich entschieden wir uns dazu, keine neue Produktsprache zu entwickeln, sondern auf

Wiedererkennungswert zu setzen. Daher erinnert das Design der AirDesk-Projektoren an den alten Mac Pro. 

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Mein Learning

Mir hat es großen Spaß bereitet, den AirDesk zu konzipieren. Die Herausforderung, eine neue Arbeitsumgebung zu entwickeln, ohne dabei auf Etabliertes zurückgreifen zu können, habe ich gerne 

angenommen. Ich habe es sogar als Freiheit empfunden, denn so konnten wir losgelöst von Konventionen unser eigenes Produkt kreieren. 

Mein Ziel sind intuitive Interaktionen und Erlebnisse, die in Erinnerung bleiben.

© 2020 Elisabeth Straß • Impressum